Bereits während meines Studiums zum Bauingenieur an der Universität Stuttgart, stelle ich meine Affinität zur EDV fest. Ich bewarb mich damals bei Prof. Drees als studentische Hilfskraft, um auf Commodore Computern Kalkulationsprogramme für den Baubereich zu entwickeln. Nach meinem Studium setzte ich diese Neigung zielstrebig fort und arbeitete über 7 Jahre lang bei der Firma TechnoData, dem damals führenden Softwarehersteller für baubetriebliche Software. Unsere Software lief auf mehrplatzfähigen Großrechnern der Firma Digital Equipment. Dabei nutzten wird überwiegend die Hardware-Familien PDP/11 und VAX 11/750 unter den Betriebssystemen CTS300 und VMS. Als Systemingenieur verantwortete ich sämtliche Hardware-, Betriebssystem- und Softwareinstallationen bei unseren Kunden. Unsere Kunden waren überwiegend mittelständische Bauunternehmen aber auch Baukonzerne wie Strabag und Züblin. Mit zunehmender Erfahrung übernahm ich die Leitung des Kundensupports, für sämtliche kaufmännischen und technischen Softwareprogramme, sowie die neu aufkommende Sparte PC mit den IBM XT und AT unter zunächst MS-DOS und dann Windows. Während dieser Zeit bei TechnoData baute ich mir ein fundiertes IT-Know-How auf, das von der Betriebssystemebene, über die Programmierung bis hin zur Anwendungseben reichte.

 

TechnoData wurde 1991 verkauft. Das brachte mich mit der Firma Drees & Sommer zusammen, einem der weltweit größten und führenden Unternehmen für Bau-Projektmanagement.  Eigentümer dieses Unternehmens waren Prof. Drees und Prof. Sommer. Bei Dreso sammelte ich Erfahrung im klassischen Projektmanagement.  Während meiner 9 jährigen Zugehörigkeit begann ich meine IT-Affinität in die Projekte einfließen zu lassen und bediente mit Beratungsleistungen das Segment Facility Management, mit einem bei Drees & Sommer zuvor nicht vorhandenen Leistungsbild. Unter anderem führte ich ein CAFM-System bei RTL Television sowie der damaligen SüdwestLB ein und veröffentlichte ein Buch im Springer Verlag, mit dem Titel "Facility Management - Erfolg in der Immobilienwirtschaft". Nebenbei und aus akquisitorischen Gründen, hielt ich Managementvorträge in verschiedenen Foren und Managementzirkeln. Die Geschäfte liefen so gut, dass Drees & Sommer aufgrund des Erfolgs eine eigene Firma gründete, die Drees & Sommer Facility Management GmbH und mich zum Geschäftsführer berief.

 

Während meiner Tätigkeit bei TechnoData und Drees & Sommer eignete ich mir so viel Spezialwissen in EDV- und Baudienstleistungen an, dass ich am Markt quasi ein Alleinstellungsmerkmal bzw. Nischenwissen habe. Ich verfüge über ein fundiertes Wissen im Bauwesen sowie im Facilitymanagement aber auch in der EDV und kann die vorhandenen Synergien nutzen. Auf Drees & Sommer folgend wurde ich von der BauCC Unternehmensberatung angeworben, ein damals in der Baubranche tätiges SAP-Systemhaus, von dem ich zur conject AG in München und Duisburg wechselte. Mich erwartete dort eine ganz besondere Herausforderung. Als Mitglied der Geschäftsleitung hatte ich zu verantworten, dass die zugekaufte Agiplan TechnoSoft GmbH mit ihrer CAFM-Software Bussy, am Standort Duisburg, in den Münchner Gesamtkonzern integriert wurde. Während meiner Münchner Zeiten hatte ich Zweitwohnungen in München und Düsseldorf, sowie eine Frau in Böblingen.

 

Nach 5 Jahren, in denen ich viel zu wenig Zeit für die Familie hatte, ließ ich mich von der Stadt Böblingen anwerben, als Amtsleiter für das Amt für Gebäudewirtschaft, Umwelt und Verkehr. Meine Anfangsaufgabe bestand darin, die vier bisher als Einzelämter geführten Ämter für Hochbau, für Straßen- und Tiefbau sowie das Grünflächenamt und das Bauverwaltungsamt unter einem Dach zusammenzuführen. Das daraus entstehende Großamt verfügte über ca. 250 Mitarbeiter, vom Hausmeister, der Putzfrau bis hin zu Planungsingenieuren, Architekten und Facilitymanagern. Die Aufgabe war eine große Herausforderung für mich. Sie machte mir große Freude und ich lernte viel über die öffentliche Hand. Nach 4 Jahren als Amtsleiter wurde mir mein Amt aber zu politisch und zu eng, was an einem Bürgermeisterwechsel und dessen geänderter Erwartungshaltung lag.  bin ich in erster Linie Techniker geblieben, auch wenn ich politisch nicht unerfahren bin.

 

Diese Situation und der Wunsch meine Arbeit selbstständig gestalten zu können führte dazu, dass ich 2010 mein eigenes Ingenieurbüro gründete und aufbaute. Die Akquisition fiel mir aufgrund meines großen Netzwerkes sehr leicht und nicht zuletzt half und hilft mir auch heute noch mein im Springerverlag erschienenes Buch. Das Buch habe ich entsprechend meines Wissenstandes ständig weiter entwickelt, als Herausgeber auch mit anderen Co-Autoren. Zuletzt in der 5. und 6. Auflage zusammen mit Martin Reents, der McKinsey Berater war bevor er Vorstandsvorsitzender der conject AG wurde, in der ich ebenfalls mehrere Jahre arbeitete. Das Buch hat sich bisher mehr als 25.000 mal verkauft.

 

In meiner heutigen freiberuflichen Tätigkeit schreibe ich in erster Linie für die Geschäftsleitungen größerer Unternehmen Stellungsnahmen zu Fachgutachten. Streckenweise nehme ich aber auch Aufträge für Management auf Zeit an, wie ich es z.B. mehrfach und über mehrere Monate hinweg, für den Flughafen Köln/Bonn machte. So ist es mir gelungen, dass ich, von Ausnahmen abgesehen, überwiegend von Böblingen aus operiere und hier mein festes Büro habe. Dabei begleitete ich unter anderem auch die Caritas bzw. deren Immobilienmanagement in Stuttgart. 

 

Seit 2019 bin ich Stadtrat in der Kreisstadt Böblingen und vertrete die Stadt in verschiedenen Gremien und Aufsichtsräten. Im Gegensatz zu meiner Frau, die von 2009 bis 2019 Stadträtin im Gemeinderat von Böblingen war und Abgeordnete im Kreistag des Landkreises Böblingen, gehöre ich nicht zur CDU sondern habe mich den Bürgern für Böblingen angeschlossen.

 

Hans-Peter Braun